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„Letztlich ging es um Funktionalität und Wirtschaftlichkeit in reiner Vollendung.“

Der neue Hauptsitz der Wäscherei und Textilreinigung Marcus liegt direkt an einer vielbefahrenen Kreuzung im Nordosten von Lohne. Um das begehrte Grundstück zu erhalten und dort bauen zu dürfen, hat der Bauherr gemeinsam mit staats & petter Architekten ein auffälliges Gebäude entworfen, das Funktionalität und Wirtschaftlichkeit perfekt verbindet.

Eine Wäscherei mit besonderer Strahlkraft.

Die Brägeler Straße zählt zu den wichtigsten Einfahrtstraßen nach Lohne. Deshalb hatten auch schon viele Unternehmen Interesse bekundet an dem leerstehenden Grundstück Ecke Bergweg, doch die Zusage der Stadt ging schließlich an die Wäscherei Marcus. „Jeder, der von Nordosten nach Lohne fährt, kommt an dieser Kreuzung vorbei. Deshalb sollte dort nicht irgendein Gebäude entstehen, sondern etwas Besonderes“, berichtet Benjamin Petter von staats & petter Architekten. Eine wesentliche Herausforderung für ihn bestand also darin, eine städtebaulich verträgliche und architektonisch ansprechende Lösung zu finden, die der Stadt Lohne im Vorfeld präsentiert werden musste. „Durch den runden Verlauf der Grundstücksgrenze war die Gebäudeform schnell gefunden. Allerdings gibt es in Wäschereien auch feste Betriebsabläufe und bestimmte Funktionsbereiche. Zudem wollten wir optisch Bezug nehmen auf das Thema Wäsche waschen. All diese Dinge mussten entsprechend in unseren Entwurf einfließen.“ 

Nach mehreren Entwürfen mit unterschiedlichen Fassadenvarianten ist schließlich ein Verwaltungsbau mit angegliederter Produktionshalle entstanden, der das Stadtbild durch seine besondere Formensprache nachhaltig prägt. Die Fassade des zur Straße hin orientierten Verwaltungsgebäudes besteht aus weißen, bossierten Kalksandstein-Verblendern von KS*. „Die Fassade war ausdrücklicher Wunsch des Bauherrn, sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus optischen Gründen – die weißen Verblender stehen als Metapher für Reinheit und weiße Wäsche“, erklärt Benjamin Petter. Für die rückseitig angegliederte Produktionshalle kamen anthrazitfarbige Sandwich-Isopaneel-Fassadenelemente zum Einsatz. „Sie schaffen einen deutlichen Kontrast zwischen Verwaltung und Produktion und helfen somit, den Baukörper sauber nach Funktionsbereichen zu gliedern.“

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Anthrazitfarben eingefasste Fenster schaffen Kontrast zur weißen Fassade und betonen die strenge Geometrie des Bauwerks.

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Die runde Form und das Farbkonzept des Gebäudes ziehen sich auch durch die Innenräume der Verwaltung.

Am Anfang stand ein runder Entwurf.

Auf die Frage, wie er zu seinem Entwurf kam, antwortet der Architekt: „Als erstes schauen wir uns immer das Grundstück und die Umgebung an. Danach analysieren wir die individuellen Bedürfnisse unseres Auftraggebers. Aus den gesammelten Informationen leiten wir dann schließlich ein zentrales Thema ab, das sich architektonisch interpretieren lässt. Übrigens: So richtig kreativ werden wir oft erst nach Feierabend, wenn wir unser Tagesgeschäft erledigt haben.“ 

Wohl auch deshalb haben staats & petter Architekten für die Wäscherei Marcus ein nicht alltägliches Gebäude entworfen, welches in jeder Hinsicht angenehm auffällt: Das Satteldach der Produktionshalle zum Beispiel geht nahtlos in die Pultdachkonstruktion des Verwaltungsgebäudes über, wodurch die expressive Architektur des 1.570 Quadratmeter großen Bauwerks gestärkt wird. Repräsentative Wirkung entfaltet das Hauptgebäude aber vor allem durch seine dynamische, rund geschwungene Form, die mit einem Radius von 13 Metern dem Verlauf der angrenzenden Straße folgt. „Und die weiße Vormauerschale aus Kalksandstein bietet zudem entscheidende Vorteile, insbesondere hinsichtlich der Bauphysik, der Blendfreiheit und Anfälligkeit für Streiflicht“, ergänzt Benjamin Petter. 

Für ausreichend Licht im Innern des Verwaltungstraktes sorgen anthrazitfarben eingefasste Fenster, die gleichzeitig eine optische Verbindung zum hinteren Teil des Gebäudes schaffen. Im Bereich der Produktionshalle wurde in etwa vier Metern Höhe ein Lichtband eingeplant, das die ansonsten strenge Gliederung der Außenhülle dezent auflockert.
 

Die unterschiedlichen Funktionsbereiche der Wäscherei und Textilreinigung Marcus wurden architektonisch sauber gegliedert.

Ein schmales Lichtband lockert die Fassade der Produktionshalle angenehm auf.

Bauen mit Kalksandstein: ein reines Vergnügen.

Der zweischalige Aufbau der Außenwand besteht aus 24 cm tragenden Kalksandsteinen (6 und 8 DF), einer 14 cm Kerndämmung und einem 11,5 cm KS-Sichtmauerwerk im NF-Format. Auch die Innenwände des gesamten Bauwerks wurden mit Kalksandstein von KS* ausgeführt, und das aus guten Gründen: 

„Die Wäscherei Marcus brauchte eine Menge Platz, um viele große Maschinen unterzubringen. Deshalb mussten wir die Produktionshalle sehr raumeffizient planen. Ein weiteres Thema war der Schallschutz, denn selbst wenn alle Maschinen laufen, soll im Verwaltungstrakt der Wäscherei natürlich in Ruhe gearbeitet werden können. Und nicht zuletzt ging es, wie bei allen Gewerbebauten, auch um das Thema Brandschutz und darum, möglichst wirtschaftlich zu bauen. Für diese vielfältigen Anforderungen ist Kalksandstein einfach der ideale Baustoff!“

Funktionalität und Ästhetik gehen für Benjamin Petter Hand in Hand – auch im Gewerbebau.

Im Verwaltungstrakt des Gebäudes spielt das Material sogar noch weitere Stärken aus: Es ist frei von Schadstoffen, hält im Sommer die Hitze draußen und sorgt im Winter als natürlicher Wärmespeicher für ein höchst angenehmes Raumklima bei niedrigen Energiekosten. Architekt Benjamin Petter sagt dazu: „Mit dem Material Kalksandstein, das aufgrund seiner Stärken im Vergleich zu anderen Baustoffen den Vorzug erhielt und auch langfristig den Werterhalt der Immobilie sichert, haben wir hier ein solides, ehrliches Gebäude geschaffen – quasi eine rundum saubere Sache!“

Die Fassade des Verwaltungsgebäudes besteht aus weißen, bossierten Kalksandstein-Verblendern – eine schöne Metapher für Reinheit.

Die Produktionshalle musste besonders raumeffizient gebaut werden, um Platz für Verkehrsflächen und Maschinen zu schaffen.

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Der ursprüngliche Entwurf des Architekten ist einer funktional gleichwertigen, aber deutlich wirtschaftlicheren Lösung mit KS* Kalksandstein gewichen.
 

Der Kopf hinter dem Projekt.

Dipl.-Ing. (FH) Architekt Benjamin Petter ist Inhaber des Architekturbüros „staats & petter" in Lohne (Oldenburg). Das Unternehmen wurde 1982 von Heinrich Staats gegründet und 2013 umfirmiert. Derzeit zählt das Büro sieben Mitarbeiter. Das Leistungsspektrum von staats & petter umfasst sämtliche Architektenleistungen, Projektsteuerung, SiGeKo und Wertermittlungsgutachten. Besondere Kompetenzen liegen im Gewerbebau, Bauten des Gesundheitswesens und dem Wohnungsbau.

Lage
Lohne
Architektur/Bauplanung
staats & petter Architekten
Bauunternehmen
Anton Eiken Bauunternehmen GmbH & Co. KG
Bauherr
Wäscherei & Textilreinigung Marcus
Grundfläche
1400m²
Fertigstellung
2015
Autor

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