Spannende Passivhausarchitektur perfekt inszeniert.

Es ist ein ambitioniertes Projekt, das sich das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Energieministerium mit dem im Oktober 2009 gestarteten Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen " vorgenommen hat. Ziel ist es, die wärmebedingten CO2-Emmisionen in Wohnsiedlungen konsequent zu reduzieren. Mit ihrem neuesten Passivhausprojekt, der Klimaschutzsiedlung „Am Wald“ im Düsseldorfer Stadtteil Benrath, ist es dem Düsseldorfer Architekturbüro HGMB gelungen, die Energie- und Klimaschutzanforderungen mit einem städtebaulichen Entwicklungskonzept sowie einer sozialen und werthaltigen Architektur in Einklang zu bringen.

Aus einem Gutachterverfahren, an dem sechs Architekturbüros teilnahmen, gingen die Düsseldorfer HGMB Architekten als Sieger hervor. Architekt Dipl.-Ing. Richard Henning: „Die bestehenden Wohnungsbauten aus den 30er Jahren wurden abgerissen. Eine Sanierung ihres energetischen und funktionalen Zustands kam aus wirtschaftlichen Gründen nicht infrage. Vor diesem Hintergrund haben wir ein Konzept für die Realisierung eines Wohnquartiers mit Passivhäusern entwickelt.“

Die zu gleichen Teilen öffentlich geförderten und frei finanzierten Wohnungen werden in zwei Bauabschnitten errichtet. Die 27 Wohnungen des ersten Bauabschnitts konnten bereits im Jahr 2016 bezogen werden. Die Fertigstellung des zweiten Abschnitts mit vier zusammengehörigen Gebäuden und 35 Wohneinheiten ist für November 2017 geplant.

Der lärmgeschützte Innenhof ist direkt über die Treppenhäuser barrierefrei zu erreichen.

Raum für Begegnungen.

Die Baukörper gruppieren sich um einen weiträumigen Innenhof, der als Kommunikationszentrum von den Bewohnern sehr gut angenommen wird. Verschiedene Bereiche fördern die Nachbarschaft. Sie ermöglichen private und familiäre Begegnungen, laden zu Gesprächen ein und können auch für Quartierfeste genutzt werden.

Die viergeschossigen Passivhäuser sind durch zurückgesetzte, komplett verglaste Treppenhäuser miteinander verbunden.

Im ersten Bauabschnitt sind in drei verbundenen Wohnhäusern 27 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 1.862 m² erstanden.

Geschützt vor Lärm.

Jürgen Heddergott, Vorstand der SWD Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf AG: „Ein großes Problem war der Verkehrslärm. Das Grundstück liegt direkt an der Verbindungsstraße von der A59 zum Gewerbegebiet Benrath. Eine nicht abzustellende Lärmquelle. Um den Bewohnern ein angenehm ruhiges Wohnen zu ermöglichen, wurden Lärmschutzgrundrisse mit einer strikten Orientierung aller Schlaf- und Wohnräume zum ruhigen Innenhof entwickelt. Darüber hinaus sind die viergeschossigen Passivhäuser durch zurückgesetzte, komplett verglaste Treppenhäuser miteinander verbunden, die ebenfalls für lärmgeschützte Innenbereiche sorgen. Gleichzeitig ist damit auch eine lebendige, architektonisch offene Gebäudestruktur erreicht worden.“

Architekt Henning dazu: „Wir haben für alle Innen- und Außenwände aus energetisch und lärmschutztechnischen Gründen den massiven Wandbaustoff KS* Kalksandstein gewählt. Aus Erfahrung kennen wir seine hervorragenden Schallschutzeigenschaften. Er schirmt durch seine Masse und den hohen Rohdichten die Räume vor den störenden Schallemissionen ab und trägt im hohen Maße zu einer lärmgeschützten, behaglichen Wohnsituation bei.“

Das nach ökologischen, energieeffizienten und sozialen Aspekten entworfene Gebäudekonzept bietet verschiedene Wohnungstypen, die von Singlehaushalten mit 55 m² Wohnfläche bis zu 106 m² großen Vierzimmerwohnungen für Paare und Familien reichen. Um einen hohen Wohnkomfort genießen zu können, sind die Passivhäuser nach dem Prinzip des Durchwohnens barrierefrei und mit offen gestalteten Grundrissen konzipiert. Alle Wohnungen werden über großzügig bemessene Aufzüge erreicht und besitzen einen Balkon bzw. eine Terrasse mit Gartenanteil.

Henning: „Die Passivhausanforderungen mit einem Heizwärmebedarf unter 15 kWh/(m²a) haben wir mit mehreren energetisch optimierten Maßnahmen erreicht. Die funktionsgetrennte Außenwandkonstruktion mit 17,5 cm Kalksandstein und 28 / 20 cm Wärmedämm-Verbundsystem, das  teilweise weiß gestrichen bzw. mit grauen Riemchen verkleidet ist, trägt mit einem U-Wert von 0,11 W/(m²K)  erheblich zur Energieeffizienz der Passivhäuser bei. Gleichzeitig werden durch die unterschiedlichen Materialvarianten die Lebendigkeit und positive Ausstrahlung der gesamten Wohnanlage erhöht. 

Darüber hinaus zeichnet sich die Klimaschutzsiedlung durch modernste Haustechnik aus. Dazu zählen eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie Gasbrennwertgeräte in Kombination mit Solarthermie auf den Flachdächern.

Lage
Düsseldorf
Architektur/Bauplanung
HGMB Architekten
Jahres-Primärenergiebedarf
15kWh/m²
Bauträger
SWD Städtische Wohnungsgesellschaft Düsseldorf AG
Grundfläche
2668m²
Fertigstellung
2015

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